Wahlmöglichkeit bei StreetView?

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Wäre es bei StreetView unter Umständen nicht toll für die Hauseigentümer oder Mieter, wenn Sie beispielsweise die Möglichkeit hätten, aus mehreren Bildern eines auszuwählen?

Warum?

Da das Bild ja für einige Jahre das digitale Straßenbild prägen wird, wär es doch toll wenn die Besitzer/Bewohner zumindest ein wenig Einfluss darauf hätten, welches Bild verwendet wird. Bei dem Deutschland-Start von StreetView ist das natürlich noch nicht möglich, aber in Folgejahren, wenn das Google-Auto mal wieder die Straßen durchquert, würden die Wahlmöglichkeiten zunehmen.

  • Herr Mustermann hat die Möglichkeit sein Anwesen von der besten Seite zu zeigen, der Zaun wurde 2012 frisch gestrichen, der Garten ist im besten Zustand. Im Vergleich dazu gefällt ihm das Bild von 2014 überhaupt nicht: Der Garten wurde nach dem Winter noch nicht auf Vordermann gebracht, außerdem verschandelt der Baustellendreck des Nachbarn den Gesamteindruck. (Und er möchte doch so gern den Preis “Schönster Digitaler Garten Sachsen-Anhalt” aus dem Vorjahr verteidigen ^^)
  • Frau I. N. Kognito hat ihr Auto gegen die Garage gefahren. Es ist ihr sooo peinlich und natürlich fährt das Google Auto genau zwei Tage später durch die Straße. Auch wenn die Freunde und Bekannte das Malheur bereits vergessen haben und sie nicht mehr damit aufgezogen wird, werden die Bilder ein Jahr später wieder im Internet veröffentlicht. Damit werden nicht nur alte Eingeweihte wieder erinnert, sondern auch neue Neugierige sprechen I. N. darauf an. Es wär ihr lieber, wenn das alte Bild verwendet wird, beziehungsweise der linke Bildausschnitts des alten Bildes.
  • Ein 30 Jahre altes Mietshaus mit 15 Parteien wird renoviert, komplett neu gestrichen, der Garten wird erneuert und ein kleiner Spielplatz gebaut. Da damit die Mietpreise für die freien Wohnungen ansteigen wäre es den Vermietern recht, wenn bei StreetView eine Aktualisierung der Gebäudeansicht vorgenommen wird, da potentielle Interessenten über Immobilienportale auf StreetView verwiesen werden. Für diese Aktualisierung wären sie sogar bereit eine Gebühr zu zahlen.
  • Die Stadt Bielefeld (*g*) hat die Straßenführung geändert, so dass eine Nebenstraße, die oft genutzt wurde, ab sofort eine Einbahnstraße ist. Da diese Änderung auf SV noch nicht übernommen wurde, brettern täglich immer noch Dutzende in die falsche Richtung.
  • Stadtmarketing: Die Stadt München möchte sich für die Olympiabewerbung 2018 von ihrer besten Seite zeigen und hat Renovierungsarbeiten und Grünflächen neu angelegt. Diese Änderungen müssen in StreetView aufgenommen werden, damit die Bewerbung ein Erfolg wird.

Es gibt also zahlreiche Gründe, warum eine Wahlmöglichkeit sinnvoll ist und sei es ein hässliches Auto, dass vor dem Grundstück parkt. Man möchte ja mit diesem Auto ja nicht in Verbindung gebracht werden.

Probleme!

Da ja nicht jeder ein Recht auf eine X-beliebige Änderung hat, muss er eine vernünftige Begründung haben. Außerdem muss er sich quasi gegenüber Google “ausweisen”, damit eine Verbindung zwischen dem Grundstück und dem Antragssteller besteht (Vermieter, Eigentümer, Mieter?). Da klingeln natürlich schon die Alarmglocken. Wenn man lieber ein älteres Bild haben möchte, wird es nach Google garantiert auf die anderen abgestimmt werden müssen. Jahreszeiten, zu deutliche Unterschiede oder unpassende Teilstücke sollen für eine vollständige Straßenansicht homogen sein.

Außerdem gibt es unterschiedliche Beweggründe für eine Änderung bez. Anpassung: Von privat bis kommunal, von kleinkariert bis zu einem erheblichen Ausmaß oder vom Schönheitsfehler zum finanziellen Dilemma. Klar das nicht jedes Anliegen umgesetzt werden kann. Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn man selbst 360° Fotos einsenden könnte, allerdings wären dazu genaue Anweisungen nötig, die bestimmt nicht jeder umsetzen kann. Aber das wäre eine neue Nische für professionelle Fotografen: Spezialisten die Panorama Fotos erstellen, für StreetView anpassen und hochladen. Nach einer Prüfung für StreetView könnte das neue Material überarbeitet und eingebunden werden. So wäre der Aufwand für Google geringer und alle bekommen ihren Willen :P

Trotzdem bleibt ein gewisses “Diskriminierungspotential”: Städte könnten z.B. ihre Straßenbettler aus der Stadt vertreiben, wenn das StreetView Auto durchfährt. Der bankrotte Spitzenmanager leiht sich schnell einen teuren Sportwagen aus, um den Eindruck aufrecht zu halten, dass er immer noch liquide ist. Die bösen Rentner von nebenan wollen keine Kinder neben der Ansicht ihres Hauses. … Irgendwann sind wir nicht mehr bei sinnvollen Änderungen, sondern bei der Bildmanipulation.

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