Was hat eine Schlange und ein Apfel gemeinsam?

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Was haben sie am 16. März 2012 gemacht?

Keine Ahnung?

Vielleicht hilft ihnen die Tatsache auf die Sprünge, dass es sich bei diesem Datum um einen Freitag gehandelt hat.

Immer noch nichts?

Nun ja, dann gehören sie nicht zu der Sorte Menschen, die sich fünf Stunden in eine Schlange in München, um genau zu sein in der Rosenstraße Nummer 1, stellen würden, nur um Apples neue Zauber-Tafel zu erwerben. Sie gehören eher zu den Personen die dem Autor dieser Zeilen verwundert gefragt haben, ob es hier den etwas weltbewegendes zu erfahren oder wenigstens etwas gratis gäbe und auf die Antwort „Das neue Apple iPad!“ kopfschüttelnd wieder ihrer Wege gingen. Eine ältere Dame beispielsweise zeigte uns mit den Worten “Sie stehen hier Schlange, um Geld loszuwerden?” den Vogel.

Nichts desto trotz stand ich Punkt sechs Uhr vor Apples ersten deutschen Verkaufs-Glas-Tempel und reihte mich, wie zur Eröffnung am 06.12.2008, in die bereits erstaunlich lange Schlange, welche bereits am Vortag von noch Verückteren als mir gegründet wurde, ein, in der ich dann erst einmal eine halbe Stunde vorfreudig verharrte.

 

Meine Freundin konnte dem ganzen Spektakel ebenso nichts abgewinnen, wie die kopfschüttelnden Passanten, also zog sie los, um sich erst einmal einen Kaffee zu holen und anschließend die für sie interessante Boutiquen unsicher zu machen.

 

Nach einer halben Stunde dann eine erste Hochzählung einer Apple Angestellten, ich stand circa an vierhundertfünfundfünfzigster Stelle.

Was das lange Wort im vorherigen Satz zu bedeuten hat?

Hier nochmal in Ziffern: 455.

Es standen also 454 Menschen vor mir.

Na toll!

Prompt wurde die junge Dame gefragt, ob denn genügend Geräte zur Verfügung stünden oder ob man sich das Beine-in-den-Bauch-Gestehe gleich sparen kann.

Die Dame antwortete in gewohnt Apple freundlicher Marnier, dass um halb acht jeder einen Zettel bekommt und damit dann genau weiß, ob er ein iPad ergattern kann oder nicht.

Schließlich bot sie den Wartenden noch einen Kaffee an und zog weiter um die mittlerweile weiteren zweihundert Schlangesteher hinter mir zu informieren.

Insgesamt mussten die Store-Mitarbeiter an diesem Tag eine ziemlich lange Strecke zurück legen, bei einer Schlangenlänge von ungefähr 150 Metern, mit, und jetzt halten sie sich fest, circa 800 bis 1600 Personen.

 

Na dann, 7.07 Uhr, jetzt ist es ja nur noch knapp eine Stunden und schließlich lohnt sich das warten ja. Man wartet ja nicht auf irgend etwas, sondern auf DAS  neue iPad (3). Apples runderneuerte Fingertafel, dessen Display nun höher als Full-HD auflöst.

Dünner ist es leider nicht geworden, sondern etwas weniger als einen Millimeter dicker. Auch nicht unerwähnt sollte die neue Recheneinheit des neuen iPad  bleiben, hier hat Apple den selbst entwickelten A5-Prozessor zum A5X-Prozessor aufgebohrt, welcher mit zweimal 1GHz und Quad-Core Grafikleistung aufwarten kann und das bei gleich gebliebenen zehn Stunden Akku-Laufzeit. Das alles aber nur am Rande.

Ja, da steht man gerne einmal etwas länger an.

 

Plötzlich klingelt mein Telefon, es ist meine Freundin. Nach einem fünf minütigen Gespräch, verlasse ich die Schlange und bewege mich gemütlich in Richtung Treffpunkt Freundin.

Jetzt denken sie sicher das sie die Bestätigung haben, dass ich spinne. Warte über eine Stunde in einer Schlange für ein Gerät, für welches sie sich nicht interessieren würden und verlasse dann die Schlange ohne das bekommen zu haben, wofür ich so lang gewartet habe.

Naja, generell eine logischer Schluss, allerdings habe ich meine Freundin bevor sie ging beauftragt, mal beim Gravis-Store vorbei zu schauen, denn auch dieser Laden war berechtigt, das Gerät heute zu verkaufen. Mit dem Anruf wollte sie mir mitteilen, dass sie gerade an Platz dreißig (ja, ein wesentlich kürzeres Wort als vierhundertfünfundfünfzig) steht und ich vorbei kommen soll, um sie abzulösen, was ich mir natürlich nicht zweimal sagen ließ.

 

Nach weiteren zwei Stunden in der neuen Schlange, jedoch mit netter Gesellschaft, zum Beispiel einem Herrn welcher seinen Roller als Platzhalter zweckentfremdet und einem Geschäftsmann, welcher sein Büro kurzerhand in der Warteschlange aufschlug, sowie einem Kenntucky Fried Chicken (mit Toilette!), war es endlich soweit, Punkt 8 Uhr. Der Verkauf des neuen iPad hatte begonnen, jedoch wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es eine weitere Stunde dauern sollte bis meine Kreditkarte mit 700 Euro belastet werden konnte und verschwitzt, aber überglücklich den Laden verlassen konnte.

Natürlich habe ich sofort meine kurz zuvor erworbene SIM-Karte von klarmobil in das iPad geworfen, um sofort loslegen zu können, zum konfigurieren braucht man ja nun keinen Rechner mehr ;-)

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